Cora Bartels
Kierkegaard receptus II
Die theologiegeschichtliche Bedeutung der Kierkegaard-Rezeption Rudolf Bultmanns
1. Auflage 2011
416 Seiten gebunden
ISBN 978-3-89971-516-3
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In ihrem zweiten Band zur Genese der exegetischen und systematischen Theologie Rudolf Bultmanns untersucht die Autorin das Verhältnis von Bultmanns Kierkegaard- und Heidegger-Rezeption: Seit dem Erscheinen von Heideggers Werk »Sein und Zeit« wird Bultmann vorgeworfen, er habe das Feld der Theologie verlassen, da er auf Heideggers Daseinsanalyse zurückgreift. Nach Kriegsende löst Bultmanns Vortrag »Neues Testament und Mythologie« (1941) gar Debatten aus, die in ihrer Heftigkeit an den Apostolikumsstreit von 1892 erinnern. Eine Hauptursache dieser Missverständnisse ist, dass Bultmanns Kritiker einseitig auf seine Heidegger-Rezeption abheben, ohne zu erkennen, dass er in seiner Forderung der existenzialen Interpretation im Grunde die Konsequenz aus Kierkegaards Reflexionen über die Indirektheit der Offenbarung ziehen will und in Heideggers Daseinsanalyse eine Möglichkeit sieht, auf die Problematik der Aneignung des Glaubens, die mit der Indirektheit der Offenbarung gegeben ist, hinzuweisen.

