Die Kirche des Wortes

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Jochen Cornelius-Bundschuh

Die Kirche des Wortes

Zum evangelischen Predigt- und Gemeindeverständnis

1. Auflage 2001
352 Seiten kartoniert
ISBN 978-3-525-62366-4
Vandenhoeck & Ruprecht

Arbeiten zur Pastoraltheologie, Liturgik und Hymnologie - Band 039

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Die evangelische Kirche ist die Kirche des Wortes, geprägt durch Lesen und Schreiben, Reden und Hören. In ihrem Zentrum stand seit Martin Luther die Predigt, die im Zeitalter der Bilder an Bedeutung zu verlieren scheint. Statt dessen gelten Konzeptionen des Gemeindeaufbaus, neue Medien, Leiblichkeit und Ganzheitlichkeit, aber auch Management-Theorien vielfach als wichtiger für die Zukunft der Kirche. In dieser Situation ruft die Studie »Die Kirche des Wortes« den theologischen, sozialen und anthropologischen Sinn der Konzentration auf das Wort in Erinnerung. Dazu werden sechs aktuelle homiletische Konzeptionen (Lange, Bohren, Otto, Albrecht, Daiber und Engemann) auf ihr Predigt- und Gemeindeverständnis befragt und mit einer Interpretation des Luther’schen ›ecclesia creatura verbi‹ – ausgehend von seinen Invokavitpredigten – konfrontiert. Dabei wird deutlich, dass das Sprachgeschehen in der Kirche mit heutigen Vorstellungen von Kommunikation und Verständigung nur unzureichend erfasst ist: das machtvolle Wort unterbricht die eingespielten lebensweltlichen Strukturen und führt in eine Kirche als Gemeinschaft von bleibend Fremden.

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Dr. Reiner Andreas Neuschäfer  05.05.2013 11:30  Uhr
Jochen Cornelius-Bundschuh gelingt mit seiner Göttinger Habilitationsschrift eine faszinierende Entdeckungsreise rund um die Frage von Predigt, Bibel und Gemeinde. Er macht deutlich, dass "Kirche des Wortes" nicht nur bedeutet zu reden, sondern dass DAS Wort Gottes, Jesus Christus, die Grundlage evangelischen Gottesdienstes, Glaubens und der Kirche ist. Das Besondere seiner Studie ist, dass er ganz positiv und konstruktiv heranführt und eben nicht das eine gegen das andere bloß ausspielt. Für Jochen Cornelius-Bundschuh hat das Wort Gottes eine ganz andere Qualität, da es immer das ganz andere bleibt inmitten aller weltlichen Worte und dabei die längst eingespielten Denkmuster und Strukturen durchbricht, oder zumindest unterbricht. Ähnlich wie Dietrich Bonhoeffer in "Gemeinsames Leben" zeigt er auf, dass die Gemeinschaft der Gläubigen sich nicht in Sympathie und Aktion gründen kann und darf, sondern eine geistliche Dimension hat, bei der man durchaus auch einander fremd und bedürftig bleiben darf. In einem ersten Teil A geht der Autor den Modellen der Beziehung von Predigt und Gemeinde nach, insbesondere im Blick bei Ernst Lange, Ernst Bohren, Gert Otto, Horst Albrecht, Karl-Fritz Daiber und Winfried Engemann. Natürlich kann man eine Einbeziehung der Erlanger homiletischen Impulse (Manfred Seitz; Michael Herbst u.a.) ebenso vermissen wie weitere andere systematisch-theologische und kirchenhistorische Anschauungen. Doch ist gerade die konzentrierte Durchdringung der Fragestellung und eine klare Gedankenführung besonders ansprechend. Erst in einem schönen zweiten Teil B widmet sich das ansprechend zu lesende Buch Martin Luthers Invokavitpredigten vom März 1522 und fragt durchaus auch in historischem Sinne nach der Geschichte der "Kirche des Wortes". Dass er hierbei auch die Dimension des Teufels berücksichtigt, ist ungewöhnlich und doch ungewöhnlich gut gelungen! Der Autor legt überzeugend dar, wie sehr die Kirche aus dem WORT geboren wird und durch dieses wiederum am Leben erhalten wird. Der dritte Teil C widmet sich unter der Überschrift "Das Wort, die Predigt und die Gemeinde" auf gut vierzig Seiten aktuellen homiletischen Herausforderungen und Formulierungen. Ein fast zwanzigseitiges Literaturverzeichnis rundet ein rundum anregendes Buch ab.

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