Reinhard Brandt
Lasst ab vom Ablass
Ein evangelisches Plädoyer
1. Auflage 2008
297 Seiten kartoniert
ISBN 978-3-525-61910-0
Vandenhoeck & Ruprecht
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Reinhard Brandt stellt, mit vielen Rückblendungen auf die Geschichte des Ablasses, die gegenwärtige Ablasslehre der katholischen Kirche dar. Dabei berücksichtigt er auch Ansätze zu einer Neuinterpretation des Ablasses, vor allem im Gefolge Karl Rahners.
Der Autor richtet seinen Blick auf fast alle strittigen Themen des ökumenischen Dialogs: Sünde, Buße und Sündenstrafe, Genugtuung, Verdienst und Rechtfertigung, Fegefeuer und Heilsgewissheit, die Kirche als Heilsanstalt und ihre Verfügungsgewalt bei der Zueignung des Heils, Offenbarung und Überlieferung. Bei all diesen Themen stellt der Ablass sozusagen die Probe auf die Tragfähigkeit der ökumenischen Verständigungsversuche dar.
Auch wenn es nicht zu den ökumenischen Erwartungen passt und Meldungen dazu oft zu ungläubigem Staunen führen: Der Ablass ist bis heute ein unverzichtbares und wohl abgesichertes Lehrstück der römisch-katholischen Kirche. Nach offizieller römisch-katholischer Lehre ist der Ablass »der Nachlass zeitlicher Strafe vor Gott für Sünden, deren Schuld schon getilgt sei; ihn erlangt der entsprechend disponierte Gläubige unter bestimmten festgelegten Voraussetzungen durch die Hilfe der Kirche, die im Dienst an der Erlösung den Schatz der Sühneleistungen Christi und der Heiligen autoritativ verwaltet und zuwendet.«
Dass die Reformation mit der Kritik Luthers am Ablass begann, hat historisch vielfältige Ursachen, erweist sich aber systematisch-theologisch als folgerichtig. Nie galt die Kritik Luthers nur dem Missbrauch des Ablasses in finanzieller Hinsicht, sondern stets auch seinem theologischen Ansatz. Dies zeigt der Autor und schließt mit einem evangelisch-kritischen Plädoyer.

