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Autorenporträt

Esther P. Wipfler


Dr. phil. Esther P. Wipfler ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Redaktion des Reallexikons zur Deutschen Kunstgeschichte am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München.
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Esther P. Wipfler

Martin Luther in Motion Pictures

History of a Metamorphosis

1. Auflage 2011
221 Seiten mit 54 Abb. kartoniert
ISBN 978-3-525-55019-9
Vandenhoeck & Ruprecht

39,99 €
inkl. MwSt.
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Kein anderes Medium hatte im 20. Jahrhundert eine vergleichbare Wirkung auf die Vorstellung der breiten Öffentlichkeit von Martin Luther wie der Spielfilm. In diesem Buch werden zum ersten Mal auf umfassende Weise die verschiedenen Facetten der nunmehr 100jährige Geschichte dieses Genres nachgezeichnet, das am Ende einer Bildtradition steht, deren Grundlagen schon zu Lebzeiten des Reformators geschaffen wurden. Die bekannten Höhepunkte der Vita des Kirchengründers vom Thesenanschlag bis zum Wormser Reichstag gehören zwar auch zum festen Repertoire der Film-Biographien des Reformators, sein Image erlebte aber im Spielfilm eine erstaunliche Metamorphose: Je nach Drehbuchautor, dessen theologischen Beratern, Darsteller und dem Zeitgeist erscheint Luther auf der Leinwand und später auf dem Bildschirm als romantischer Liebhaber, deutschnationaler Titan und musisch begabter Kinderfreund, Rebell und zerrissener Zweifler sowie leidenschaftlicher Gegenspieler geistlicher und weltlicher Potentaten, Thomas Müntzers und der Bauern. Dabei ist bemerkenswert, dass es sich bei den Filmen bis 1953 fast ausschließlich um kirchliche Auftragswerke handelt. So spiegelt sich im Film auch ein gewandeltes Selbstverständnis der lutherischen Kirche. Dabei spielte auch der transatlantische Aspekt eine entscheidende Rolle: Der paradigmatische Wandel des filmischen Luthers vom deutschen Nationalheld zum Befreiungskämpfer und geistigem Pionier angelsächsischer Prägung ist der Tatsache zu verdanken, dass sämtliche Verfilmungen der Biographie Martin Luthers für das Kinopublikum nach dem zweiten Weltkrieg auf amerikanische Initiative zurückgehen. Die europäischen Fernsehproduktionen reagierten darauf auf unterschiedlichste Weise.

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