Julia Angster
Erdbeeren und Piraten
Die Royal Navy und die Ordnung der Welt 1770–1860
2., unveränderte Auflage
345 Seiten mit 7 Abb. gebunden
ISBN 978-3-525-30037-4
Vandenhoeck & Ruprecht
Versandkostenfrei in D, A, CH (Versandinformationen)
| PDF eBook | 64,99 € |
|
Die Royal Navy war im frühen 19. Jahrhundert auf allen Weltmeeren präsent. Sie war nicht nur ein Instrument der Seekriegsführung, sondern auch dafür zuständig, die Wildnis Tasmaniens in einen Garten zu verwandeln und den malaysischen Piraten die Landwirtschaft nahezubringen. Die Vermessung der Welt, die »Verbesserung« der Natur und die Eingriffe in die Rechtsvorstellungen und Lebensweisen anderer Kulturen waren Teil einer globalen maritimen Ordnungspolitik, die die Grundlage für Großbritanniens imperiale Weltmachtstellung im 19. Jahrhundert legte. Diese Form der Machtpolitik basierte vor allem auf der Aneignung und Anwendung von Wissen. Das Buch ist die erste deutschsprachige Studie zur Rolle der Royal Navy in der europäischen Übersee-Expansion des 18. und 19. Jahrhunderts.
Die Rolle der Royal Navy in der europäischen Übersee-Expansion des 18. und 19. Jahrhunderts wird in diesem Buch nicht als militärische, sondern als kulturelle und gesellschaftliche Ausbreitung verstanden, insbesondere als weltweite Durchsetzung einer liberalen Rechts- und Eigentumsordnung. Hierbei spielte die britische Kriegsmarine – als staatliches Instrument mit globaler Reichweite – eine wichtige Rolle. Erkundungsfahrten, die aus aufklärerischer Neugierde unternommen wurden, weckten rasch das Bedürfnis, die vorgefundenen Verhältnisse neu zu ordnen. Es folgten Eingriffe in außereuropäische Ökosysteme und Gesellschaftsordnungen und damit die Durchsetzung eigener Wertvorstellungen und Rechtskonzepte im Gewande der »Zivilisierung« und »Weltverbesserung«. Britische Ordnungspolitik im 18. und 19. Jahrhundert war vom Meer her gedacht, auf maritime Räume bezogen, die nur von den Küsten begrenzt wurden. Das Buch untersucht daher britisches Regierungshandeln jenseits der eigenen Staatsgebiete und Kolonien. Es bietet zudem keine Militärgeschichte, sondern eine zivile, politische Geschichte der Royal Navy und ihres Handelns in der außereuropäischen Welt, als Beitrag zu einer Geschichte des Liberalismus, des modernen Staates und britischer Rechtskonzepte in globalgeschichtlicher Perspektive.

