Herausgeberporträt

Bernd Florath


Dr. Bernd Florath ist Mitglied der Robert-Havemann-Gesellschaft und Projektleiter in der Abteilung Bildung und Forschung des BStU.
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Bernd Florath (Hg.)

Das Revolutionsjahr 1989

Die demokratische Revolution in Osteuropa als transnationale Zäsur

1. Auflage 2011
251 Seiten gebunden
ISBN 978-3-525-35045-4
Vandenhoeck & Ruprecht

Analysen und Dokumente. Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) - Band 034

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Die demokratischen Revolutionen des Jahres 1989 veränderten das Gesicht der Staaten des östlichen Europa grundlegend. Volksbewegungen wandelten autoritäre Diktaturen in demokratische Nationalstaaten. Die grenzüberschreitende Dynamik dieser Prozesse führte die spezifischen inneren Bedingungen in den einzelnen Staaten mit den wechselseitigen äußeren Anstößen zusammen. So sind die Vorgänge von 1989 Umwälzungen im doppelten Sinne: nationale und zugleich internationale Ereignisse.
Die Beiträge des Bandes führen diese unterschiedlichen Vorgänge zusammen. Sie verdeutlichen den Kontrast zwischen dem »samtenen« Verlauf der Revolution in der Tschechoslowakei und dem blutigen Ende der Ceausescu-Diktatur. Dass sich aus allem ein einziger nach wie vor offener Prozess ergibt, zeigt dieses Sammelwerk.

Jede Nation blickte auf die andere und tat das ihre. Zwischen den Völkern lastende historische Traumata wie der verleugnete Schrecken von Katyn werden beleuchtet und auch die jeweils anders akzentuierte Rolle der Runden Tische beim Übergang der Macht aus der Hand der kommunistischen Parteien in demokratisch legitimierte Institutionen in den Staaten.
Und indem die Menschen handelten, inspirierten sie ihre Nachbarn – nicht, es ihnen nachzumachen, sondern in ihrem Lande die eigenen Angelegenheiten in die Hand zu nehmen. Der Prozess ist nicht abgeschlossen. Die Demokratie erweist sich als ebenso kontroverses und nicht ungefährdetes Projekt wie der transnationale Zusammenhang. Der Handschlag der estnischen, lettischen und litauischen Demonstranten am 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes, der ein Zeichen gleichermaßen gegen fremdbestimmte Nivellierung und für selbstbewusste Gemeinsamkeit setzte, war eines der Enden einer Menschenkette, die Osteuropa in den Kontinent zurückband. Durch die Überwindung der von außen oktroyierten versteinerten Ordnung von Jalta mithilfe der Brücken, die Bürgerinnen und Bürger selbstbestimmt untereinander und über Grenzen hinweg bauten, eröffneten sie neue Möglichkeiten für den gesamten Kontinent.

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Analysen und Dokumente. Wissenschaftliche Reihe des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU)