04.03.2015

Vor 20 Jahren: Eröffnung der Wehrmachtsausstellung

Welchen Anteil trug die Wehrmacht an den Kriegsverbrechen? Am 5. März 1995 öffnet die Ausstellung »Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944« ihre Tore und sorgt über Jahre für Kontroverse in Deutschland. Zum ersten Mal wird dieser Teil der Geschichte des zweiten Weltkriegs der breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dazu gehören insbesondere die Beteiligung der Wehrmacht am Holocaust, an der Plünderung und den Massenmorden an der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete und an der Vernichtung sowjetischer Gefangener.

Unterschiedliche Stimmen werfen der Ausstellung die pauschale Verleumdung der Wehrmachtsangehörigen vor; Rechtsradikale sprechen von einer antideutschen Hetze. Doch die Ausstellung verändert nachhaltig die Wahrnehmung der Wehrmacht: das Legende von der sauberen Wehrmacht im Gedächtnis vieler wird revidiert.

Ein wiederum unbekanntes Gesicht der Wehrmacht nimmt Franka Maubachs Buch in den Fokus: »Die Stellung halten. Kriegserfahrungen und Lebensgeschichten von Wehrmachthelferinnen« erforscht die Geschichte der Wehrmachtshelferinnen. Einige wirkten als Stabs- und Nachrichtenhelferinnen bei der Verwaltung der besetzten Gebiete mit. Andere kämpften als Flakhelferinnen an der Luftkriegsfront im Deutschen Reich. Die Beteiligung der Frauen an den Taten der Wehrmacht bricht mit der kollektiven Vorstellung von Krieg und Wehrmacht und fordert den Leser heraus, sein Bild von der Rolle der Frauen im Zweiten Weltkrieg zu aktualisieren.
 


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