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Autorenporträt

Hiltrud Schwetje-Wagner


Hiltrud Schwetje-Wagner

Hiltrud Schwetje-Wagner studierte Violine und arbeitet seit vielen Jahren als Instrumentalpädagogin in Trier.


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Hiltrud Schwetje-Wagner, Andreas Wagner

Wider die Verplanung der Kindheit

Ganztagsschule – oder Raum zum Leben?

1. Auflage 2016
176 Seiten mit 17 Abb. und 6 Tab.
ISBN 978-3-647-70181-3
Vandenhoeck & Ruprecht

15,99 €
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Schlechtes Abschneiden bei PISA, Fachkräftemangel in der Wirtschaft, fehlende Betreuungsmöglichkeiten zur Unterstützung junger Mütter, stetig sinkende Geburtenraten – es gibt kaum ein gesellschaftliches Problem, für das die Ganztagsschule nicht die vermeintliche Lösung anbietet.
Das erklärt die rasante Zunahme dieser Schulform im letzten Jahrzehnt. Weitgehend unbeachtet blieb, welche tiefgreifenden Veränderungen des gesamten Bildungs- und Erziehungsprozesses damit verbunden sind und stillschweigend in Kauf genommen werden. Welche wichtigen Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen, nachhaltige Erziehung und gesundes Aufwachsen bleiben aus strukturellen und organisatorischen Gründen unberücksichtigt oder werden gar missachtet? Welche gesellschaftlichen Konsequenzen hat es, wenn Erziehung mehr oder weniger ganztägig »professionalisiert« abläuft? Welche individuellen Entfaltungsmöglichkeiten, die eben noch selbstverständlich waren, entfallen künftig aus Zeitgründen? Und: Wollen wir das? Diese Fragen stellen die Autoren nicht nur aus beruflicher, pädagogischer Perspektive, sondern ebenso aus gemeinsamer Elternsicht.
Das Buch bietet den im öffentlichen Diskurs bisher fehlenden Kristallisationspunkt, an dem sich die überfällige gesellschaftspolitische Diskussion entzünden kann.

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Leserstimmen  


Ingrid Peter, Realschullehrerin i.R.  09.04.2016 10:01  Uhr
'' Wider die Verplanung der Kindheit '' - Ein Kommentar Wer hat schon die Zeit und den Überblick nachzuprüfen wo die Vor- oder Nachteile der Ganztagsschule (GTS) liegen oder auch, ob dieses Schulmodell wirklich so vorteilhaft ist, wie von seinen Befürwortern dargestellt? Die Autoren Schwetje-Wagner und Wagner betonen schon eingangs in ihrem Buch, dass sie beabsichtigen zu zeigen, inwiefern sie selbst die Halbtagsschule (HTS) für die günstigere Schulform halten. Dennoch sammeln sie für b e i d e Schulmodelle gewissenhaft die dafür- oder dagegensprechenden Argumente. Um das Modell GTS sinnvoll erscheinen zu lassen, wird von seinen Protagonisten Verschiedenes unterstellt, z.B.: Eine Schule sei prädestiniert für Ausbildung und Erziehung und somit der professionelle Ort dafür. Außerdem wird behauptet, die GTS helfe den Frauen aus ihrer derzeitigen beruflichen Benachteiligung heraus in die erstrebte Gleichberechtigung. Sie ermögliche Frauen, einem Beruf nachzugehen und dadurch gleichzeitig selbständig und finanziell unabhängig zu werden. Sich zu Hause um die Kinder zu kümmern, sei nicht mehr zeitgemäß. Aus dem Buch geht hervor: Die Protagonisten der GTS verharmlosen die bei dieser Schulform deutlich werdenden Mängel mit dem Hinweis auf "Anlaufschwierigkeiten". Jedoch hätten die Befürworter rechtzeitig vor Einrichtung von GTS begreifen müssen, dass Geldmangel seitens der Länder bzw. der Kommunen, sowie ein Defizit qualifizierter Lehrer und schließlich die fehlenden zusätzlichen Räume verbunden mit einem weiträumigen natürlichen Bewegungsgelände, die Durchführung dieses Projekts scheitern lassen würden. Wer nun aber denkt, das GTS-Modell sei zum Wohle der Kinder entworfen worden, hat sich getäuscht. Das stellen die Autoren eindeutig klar. Die Kinder haben keine Lobby. Jedoch die Interessen von Politik und Wirtschaft gehen hier Hand in Hand. Um diese These zu belegen, wurde intensiv recherchiert und eine Vielzahl von Quellenangaben mit Texten und Zahlen herangezogen. Bei der Benennung der Vorteile der HTS wird herausgestellt, dass der Familienalltag mit all seinen Erlebnishöhepunkten, aber auch Auseinandersetzungen, mit Geborgenheit sowie selbstverständlichem Verantwortungübernehmen, eine vielfältige natürliche, gesunde Entwicklung der Kinder begünstigt. Gleichzeitig wird verständlich, wie die Zeit außerhalb der Schule (also ohne Themenvorgabe und quasi Gängelung durch pädagogisch aufbereitetes Material ) die Entfaltung von Kreativität ermöglicht. Kinder ihre Erfahrungen selber sammeln zu lassen und durch Scheitern neue Wege zu lernen, kann die Schule z.B. in manchen Bereichen schon aus juristischen Gründen nicht beliebig zulassen. Warum sind Wirtschaft und Politik anscheinend blind für die Erkenntnis, dass kreative, selbständige, selbstbewusste Menschen heranwachsen sollten, und dass diese aber eindeutig einen Freiraum für selbstbestimmtes Handeln benötigen? Wenn die GTS neben den Nachteilen, die sie offenkundig hat, nicht einmal ihre Vorteile entfalten kann (aus Mangel an Geld für die diversen notwendigen Räume und Freiräume, sowie genügend gut ausgebildete Lehrkräfte) --- wie konnte es überhaupt zur Einrichtung von GTS kommen? Die Mischung von massiver einseitiger Werbung und argloser Leichtgläubigkeit hat diese ungünstige Entwicklung eröffnet. Die Autoren machen von ihrem persönlichen Standort in der vergleichenden Wertung von GTS und HTS keinen Hehl.Dennoch beschreiben sie für beide Schulformen sehr detailliert die Vor- und Nachteile. Das lesenswerte Buch endet mit einer abschließenden Zusammenschau, die 4 akzeptable, für die Zukunft sinnvolle Schulmodelle präsentiert. Der sachliche - bei allem Ernst der Thematik - bisweilen humorvolle Stil gewährleistet eine ebenso informative, wie angenehme Lektüre.

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News   Alle

15.04.2016

Neue Ergebnisse aus der Studie zur Entwicklungen von Ganztagsschulen


Wie SPIEGEL ONLINE gestern veröffentlichte, wirkt sich die Ganztagsschule nicht grundsätzlich positiv auf die Leistungen der Schüler aus. Die Experten Hiltrud Schwetje-Wagner und Andreas Wagner sagen das schon lange – und beurteilen die StEG-Studie kritisch!

29.01.2016

Höchste Zeit zur Diskussion! Ganztagsschule – oder Raum zum Leben?

Wie stehen die Parteien zur Ganztagsschule? Vertreter aus Politik, deutscher Lehrerverband und Philologenverband Rheinland-Pfalz diskutieren dies am 1. Februar in Mainz.

Höchste Zeit, finden die Experten Andreas Wagner und Hiltrud Schwetje-Wagner. Denn »ruckzuck« sei »ein hierzulanden neuer Schultyp durchgedrückt worden«: »Seit ca. fünfzehn Jahren wird in Deutschland systematisch das Ganztagsschulsystem ausgebaut, ohne dass es zu einer breiten öffentlichen Diskussion über Sinn und Unsinn dieser Schulform gekommen wäre«...