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Moritz Wedell


Dr. Moritz Wedell ist Wissenschaftlicher Assistent am Deutschen Seminar der Universität Zürich.


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Moritz Wedell

Zählen

Semantische und praxeologische Studien zum numerischen Wissen im Mittelalter

1. Auflage 2011
368 Seiten mit 53 Abb. gebunden
ISBN 978-3-525-36716-2
Vandenhoeck & Ruprecht

Historische Semantik. - Band 014

65,00 €
Bei Abnahme der Reihe: 58,50 €
PDF eBook 54,99 € KAUFEN

Die Verwendung des Worts zeln ist dominant durch seine pragmatische Funktion geprägt: zeln, das ist zuallererst das emphatische und öffentliche Zuschreiben von Rang und Amt, von Schönheit, Tapferkeit, Freiheit usw. Zeln ist zunächst immer ein Akt der Mitteilung in der Kommunikation von Angesicht zu Angesicht. Die Kerbholzüberlieferung, das materiell-notationale Komplement des sprachlichen Zählens, wird zum Zweck der Überprüfung und Perspektivierung der Ergebnisse erstmals vollständig gesichtet und analysiert. Auch das Gelingen der kerbholzbasierten Kommunikation ist immer an soziale Situationen gebunden. Kein Kerbholz zählt ohne die Gegenwart derer, deren Besitz es markiert.

In seiner pragmatischen Situierung schließt der Kerbholzgebrauch an den Sprachgebrauch an. Auf formaler Ebene wird die schrittweise Einwanderung der Kerbholznotation in die pragmatischen Schriftlichkeit gezeigt, insbesondere die Ausbildung einer nichtgelehrten Praxis der Operationalisierung. Insgesamt eröffnet die Studie einen analytischen Zugang zu Analogien sozialer und ökonomischer Wertigkeit.
Ziel des Buches ist es, das Forschungsparadigma einer Geschichte des numerischen Wissens im Mittelalter theoretisch zu entwerfen und in einer Fallstudie zu erproben. Im Kern zielt die Studie auf das vormoderne Verhältnis von Rede und Zahl, von diskursiven und quantifizierenden Aussagen in der semioralen Kultur des mittelalterlichen Europa. Die Grundthese wird etymologisch verankert und in einem wortgeschichtlichen Überblick exponiert. Vor diesem Hintergrund macht eine Untersuchung des wortgeschichtlichen Materials aus dem 10.-14. Jahrhundert deutlich, dass die Bedeutung von zeln je nach Kontext in einem semantischen Kontinuum zwischen quantitativen und diskursiven Verwendungsweisen verortet werden kann.

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Pressestimmen    
»Sein Buch stellt indes eine überaus achtbare und schätzenswerte Anstrengung auf hohem Niveau dar, die das Risiko eingeht, sich einem für die germanistische Mediävistik auf den ersten Blick entlegen erscheinenden Sachproblem zu widmen.«
Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur (Harald Haferland), Heft: 2 (2017)


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