18.12.2013

Zum 100. Geburtstag von Willy Brandt

Ein Auszug aus dem Willy-Brandt-Portrait von Franz Walter:

»Im Grund hatte Willy Brandt als politische Figur dennoch Glück in unglücklichen Zeiten. Als »1913er« lebte er mitten in den Spannungen des 20. Jahrhunderts, aber er wurde keines ihrer Opfer; in den Momenten politi­scher Zäsuren und gesellschaftlicher Umschläge boten sich ihm vielmehr Op­tionen für neue Versuche. Unter allen Parteiführern in der Sozialdemokratie wies Brandt die größte innere Vielfalt auf: Er war kein Fatalist des Geschichtsverlaufes wie August Bebel. Ihm galten gegebene Ordnungen nie besonders viel, im Unterschied zu Friedrich Ebert. Und im Vergleich zu seinem großen innerparteilichen Rivalen der 1960er bis 1980er Jahre, Helmut Schmidt also, dachte Brandt weit mehr in verschiedenen Möglichkeiten, da er wieder und wieder unterschiedliche Logiken, Systeme, politische Charaktere kennen-und zu begreifen gelernt hatte, während Schmidt einseitiger sozialisiert war, seine Argumente stets eng führte, wenn er seine Kausalketten aus Problem- Ursache-Folgerung-Handlung fertigte. Brandt kannte die Welt auch jenseits der Rationalität, wusste um die Lockungen der Utopie, die Depressionen im Scheitern, den Fanatismus und Hass der Konvertiten, mithin: um die Bedeu­tung von Gefühlen, Neurosen und Kompensationen für Politik.«

Den ganzen Artikel lesen Sie hier:
Quelle: Franz Walter: Bebel – Ebert – Brandt. Schicksalsjahre der deutschen Sozialdemokratie. In: 1913. INDES. Zeitschrift für Politik und Gesellschaft. Heft 2-2013.
Zum Einzelheft.
Zum einzelnen Aufsatz im e-journal.

Diese und weitere Lesetipps zum Willy-Brandt-Jubiläum finden Sie unten.

 


Titel zur News

  (2 Titel)
Thema:
Produktform:
Sortieren nach:

Zeitschriften zur News

  (1 Zeitschrift)
»Indes« steht für Kommunikation zwischen Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit. Fundiert, pointiert und originell präsentiert sich hier ein deutungsstarkes Periodikum für politische Aufklärung. Herausgegeben von Franz Walter, Leiter des Göttinger Instituts für Demokratieforschung an der Universität Göttingen.

Zur Zeitschrift