10.10.2014

Zum 40. Todestag des Historikers Joseph Wulf

Der Auschwitz-Überlebende Joseph Wulf (1912–1974) war in den 1950er Jahren der erste, der in Deutschland Bücher zum Holocaust publizierte. Wulf war aufgrund seiner Herkunft und seines Lebenswegs ein Außenseiter, doch seine Publikationen trugen wesentlich zur Aufklärung über den Nationalsozialismus bei. Vor einigen Jahren entspann sich um ihn eine Kontroverse über die frühe bundesrepublikanische NS-Forschung. In ihrem Zentrum stand die Frage, ob die deutsche Zeitgeschichtsforschung nationalapologetisch war und die jüdische Geschichtserfahrung – die Perspektive der Opfer – systematisch ausklammerte.

Zu seinem 100. Geburtstag ist bei Vandenhoeck & Ruprecht die Monographie »Joseph Wulf. Ein Historikerschicksal in Deutschland« Klaus Kempter korrigiert darin das vorherrschende, durch den Suizid 1974 scheinbar bestätigte Bild Wulfs als tragische und gescheiterte Existenz.


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