Rüdiger Görner
From ›Liederkreis‹ to the Eternal Recurrence of the Same
On Circularity in (German Late) Romanticism
KulturPoetik
2007/7,2
p. 149–165
2007
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Zusammenfassung
Das Motiv des Kreises als ästhetisches Strukturmerkmal aber auch als (kultur-)poetischer Gegenstand harrt noch immer einer umfassenden Erforschung. Die (Spät-)Romantik bediente sich verstärkt des Kreises und der Ringstruktur von sprach- wie musikpoetischen Kompositionen, was sich auch in zahlreichen Bildern aus jener Zeit zeigen läßt. Der Kreis steht dabei nicht nur für Geschlossenheit, sondern auch als Zeichen eines Gegenentwurfs zum linearen Fortschrittsdenken, das sich im Zuge der Evolutionstheorie und des technologischen Innovationsschubes in derMitte des 19. Jahrhunderts durchzusetzen begann. Hinzu kommt, dass der Kreis dialektische Denkprozesse in Frage stellt und statt dessen das ästhetische Prinzip der Wiederholung sinnstiftend zum Einsatz bringen will.