Yvonne Brandl (ed.)
Gerald Hüther (ed.)
ADHS – Frühprävention statt Medikalisierung
Theorie, Forschung, Kontroversen
Schriften des Sigmund-Freud-Instituts. Reihe 2: Psychoanalyse im interdisziplinären Dialog, Band 4
2. Auflage 2006
306 pages mit 14 Abb. und 3 Tab., kartoniert
34.95 € [D]
ISBN 978-3-525-45178-6
About this book
Das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist heutzutage eine weitverbreitete Diagnose, mancherorts für fast alle kindlichen Schwierigkeiten im Vorschul- und Grundschulalter. Die Erklärungen reichen von Störungen des Hirnstoffwechsels, Frühverwahrlosungen, psychischen oder psychosozialen Regulationsstörungen bis hin zu Hochbegabungen.
Bei den Präventions- und Therapieangeboten gehen die Empfehlungen weit auseinander. Für die einen ist ein verstehender Zugang zum einzelnen Kind und seiner Lebenssituation der richtige Weg, während andere in einer medikamentösen Behandlung die Lösung des Problems sehen. Diese Sichtweise hat in den letzten zehn Jahren enormen Auftrieb erhalten. Die Autoren dieses Bandes problematisieren und diskutieren eine drohende Medikalisierung sozialer Probleme. Sie greifen aktuelle Kontroversen auf und plädieren für eine sorgfältige Diagnostik sowie für eine professionelle Zusammenarbeit aller beteiligten Experten bei der Therapie der betroffenen Kinder.
Weitere Titel zum Thema:
Schäfer, Ulrike / Gerber, Wolf-Dieter: AD(H)S – Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
Schröder, Annette: ADS in der Schule
Gerald Hüther im heute-journal: Ritalin – viel zu oft verschrieben (Video-Link zur ZDF-Mediathek)
Contributors
Hartmut Amft, Darmstadt / Lars Aulbach Frankfurt a. M. / Yvonne Brandl, Frankfurt a. M. / Dieter Bürgin, Basel / Betty Caruso, Frankfurt a. M. / Manfred Cierpka, Heidelberg / Frank Dammasch, Frankfurt a. M. / Manfred Döpfner, Köln / Katrin Einert, Frankfurt a. M. / Manfred Gerspach, Darmstadt / Oliver Glindemann, Darmstadt / Gerlinde Göppel, Frankfurt a. M. / Klaus-Dieter Grothe, Wetzlar / Stephan Hau, Linköping (Schweden) / Bernd Henke, Hamburg / Paula Hermann, Darmstadt / Pawel Hesse, Frankfurt a. M. / Jantje Heumann, Frankfurt a. M. / Anke-Maria Horlbeck, Wetzlar / Gerald Hüther, Göttingen / Gamze Karaca, Frankfurt a. M. / Julia König, Frankfurt a. M. / Gerd Lehmkuhl, Köln / Jochen Lendle, Wiesbaden / Marianne Leuzinger-Bohleber, Frankfurt a. M. / Hans von Lüpke, Frankfurt a. M. / Dieter Mattner, Darmstadt / Peter Riedesser, Hamburg / Bernhard Rüger, München / Alex Schwenk, Frankfurt a. M. / Heidi Staufenberg, Frankfurt a. M. / Sibylle Steuber, Frankfurt a. M. / Nadine Teuber, Frankfurt a. M. / Christiane Uhl, Kassel / Judith Vogel, Frankfurt a. M. / Christine Waldung, Mainz / Lisa Wolff, Frankfurt a. M.Reviews
Content
Marianne Leuzinger-BohleberEinführung
Dramatische Zunahme von ADHS: Indikator für »veränderte Kindheiten« und/oder einer »Medikalisierung des Sozialen«?
Dieter Mattner
ADS – die Biologisierung abweichenden Verhaltens
Hartmut Amft
ADHS: Hirnstoffwechselstörung und/oder Symptom einer kranken Gesellschaft? Psychopharmaka als Mittel einer gelingenden Naturbeherrschung am Menschen
Manfred Gerspach
Zum Verstehen von Kindern mit Aufmerksamkeitsstörungen
ADHS – eine der größten Kontroversen in der Geschichte des Fachgebiets Kinder- und Jugendpsychiatrie
Peter Riedesser
Einige Argumente zur ADHS-Kontroverse in der Kinder- und Jugendpsychiatrie
Gerd Lehmkuhl/Manfred Döpfner
Die Bedeutung multimodaler Therapieansätze bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen
Klaus-Dieter Grothe/Anke-Maria Horlbeck
Warum ich auch mit Medikamenten behandele. Die Sicht eines Kinderpsychiaters
Prävention und Frühintervention – Psychoanalytische und neurobiologische Überlegungen zur Verhinderung psychosozialer Desintegration
Dieter Bürgin
Psychoanalytische Aspekte der Gewaltprävention
Hans von Lüpke
Der Dialog in Bewegung und der entgleiste Dialog. Beiträge aus Säuglingsforschung und Neurobiologie
Frank Dammasch
ADS – endlich hat das Kind einen Namen. Psychoanalytische Gedanken zur Bewegung des ruhelosen Kindes und zur Bedeutung von Ritalin®
Gerald Hüther
Die nutzungsabhängige Herausbildung hirnorganischer Veränderungen bei Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörungen. Einfluss präventiver Maßnahmen und therapeutischer Interventionen
Marianne Leuzinger-Bohleber/Yvonne Brandl/Stephan Hau/Lars Aulbach/Betty Caruso/Katrin Einert/Oliver Glindemann/Gerlinde Göppel/Paula Hermann/Pawel Hesse/Jantje Heumann/Gamze Karaca/Julia König/Jochen Lendle/Bernhard Rüger/Alex Schwenk/Adelheid Staufenberg/Sybille Steuber/Christiane Uhl/Judith Vogel/Christina Waldung/Lisa Wolff/Gerald Hüther
Die Frankfurter Präventionsstudie
Bernd Henke
Die Hamburger Frühpräventionsstudie zur psychischen und psychosozialen Integration von Kindern im Alter von 0 bis 3 Jahren. Ein Werkstattbericht
Manfred Cierpka/Andreas Schick
Das Fördern von emotionalen Kompetenzen mit FAUSTLOS bei Kindern